Ignatz Schweickardt

Die Geschichte der Sektkellerei Burgeff
im Zusammenhang mit dem Hochheimer Hof

 

1514
erstmal als Gasthaus Burg Ehrenfels erwähnt
(Schilderwirtschaft an der Mainzer Pforte)

1537
für 400 Goldgulden vom Stift St. Johann (Mainz) verkauft an Philipp von Cronberg
Später geht es in den Besitz der Familie Dalberg

1809
veräußert an den Gastwirt Johann Baptist Schweickardt

26. Oktober 1809
Eröffnung

09. November 1811
Geburt von Ignatz Schweickardt

Patenonkel wird ein Herr Werle aus Hattersheim (Sohn des Posthalters)
Dieser ging nach Reims ins Champagnerhaus der Witwe Clicqout (Übernahm später die Leitung der Kellerei, wurde Bürgermeister,
Präsident der Handelskammer und Deputierter im Parlament und später Besitzer der Firma)

Ignatz Schweickardt lernte in Hochheim das Küferhandwerk

1828
Holt ihn sein Patenonkel nach Reims

1830
kehrte er wegen der Julirevolution aus Frankreich zurück

1832
Beginn der Produktion von Mussie (Mousseux) schäumender Wein
Er verkauft die Flaschen für rund 1 Gulden das Stück.

1834
verlangte er schon 2 Gulden und 24 Kreuzer (Eine satte Preiserhöhung)

1836
Lernt er in der Gastwirtschaft Johann Burgeff kenne, dieser ist am Amtsgericht in Hochheim und Stammgast in der Burg Ehrenfels. Durch seine
Vermittlung erhält er einen Kredit von dessen Mutter in Höhe von 1600 Gulden zu 5% Zinsen.

Er holt seinen Bruder Carl mit ins Boot und am 1. August wird die Firma Burgeff & Schweickardt gegründet. In einer Schrift ist festgehalten „Hochheims
edle Schaumweine werden in London, New York, Petersburg und Calcutta von den verwöhntesten Feinschmeckern gewürdigt“

1837
gab es einen Bestand von 30.00 Fl. zu denen täglich 1500 dazukamen

Ignatz musste aber immer wieder seiner Mutter in der Gaststätte helfen. Deshalb wurde aus der Champagnerfabrik eine Tür gebrochen und mit einem
G uckloch versehen. So konnte die Mutter rufnen „Ignatz ein Händkäs“ und „Eine Flasche Mussie“

1839
beim Hochheimer Markt werden allein zum Mittagessen 150 Flaschen moussiernder Wein ausgeschenkt.

Die Weinhandlungen Deinhard, Henkell, Mumm , Graeger kauften bei Burgeff Sekt und gründeten im Laufe der Zeit eigene Sektkellereien.

Graf Zeppelin:
„Burgeff erhält mir die geistige Beweglichkeit, erregt nicht sondern regt an, ermuntert, erhöht die schöpferische Kraft und Freude“

Chirrurg Ernst von Bergmann, genoss bei schwierigen Operationen von Zeit zu Zeit einen Schluck Burgeff – nicht ohne zu vergessen,
auch den Patienten solcher Stärkung teilhaft werden zu lassen.

1854
werden bereits 195.500 Flaschen versandt

1857
Schweickhardt wird für 252.000 Gulden Abfindung aus dem Geschäft rausgekauft. Er stirbt ein Jahr später.
Er hat aber durch sein handwerkliches Können den Grundstein für den Weltrum von Burgeff gelegt.

1858
Die Kellerei wird uuter dem Namen Bugeff & C0 weitergeführt und 1887 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Im Hotel Astor Astoria kostet ene Flasche Sparkling Hock 5,00 Dollar und Champagner Cliquot 2,00 Dollar.

1859
H.J. Hummel tritt als Prokurist in das Unternehmen ein und am 1. April 1871, dem Todestag von Carl Burgeff,
zum technischen Direktor ernannt.

1897
Burgeff wurde bei fast allen Staatsempfängen des Kaiserhauses getrunken.
So auch beim Besuch des russischen Kaiserpaares in Wiesbaden..

1904
"Aelteste und grösste Rheinische Champagner Fabrik" rühmt sich die Sektkellerei in ihren Werbeanzeigen.
Insgesamt werden 6 Millionen Flaschen in Deutschland verkauft, davon alleine 1 Million Flaschen Burgeff

1909
Groß Reklame macht Burgeff auch für seine "unterirdische Kellerstadt".
Der mehrgeschossige Keller soll neben 200 Stück Stillwein (2,4 Millionen Liter) rund fünf Millionen Flaschen fassen.

Insgesamt gibt es zu der Zeit 7 Sektkellereien in Hochheim.

Sektsteuer und Weltkriege führten zu einem stetigen auf und ab in der Produktion.

Hochheim profitierte sehr durch die Sektproduktion, Elektrizität und Wasserversorgung kamen relativ früh.
Direkte und Indirekte Arbeitsplätze entstanden.

1978
Verkauf der F. Burgeff an die Fa, Seagram

2002
Verkauf an Sektkellerei Rotkäppchen-Mumm.

Die Marke Burgeff wird eingestellt.

2006
Das Weingut Künstler kauft die alte Kellerei und das Verwaltungsgebäude.

 

Hochheimer Mussie

 

     Hochheimer Mussie
     Riesling Sekt brut – eine Referenz an Ignatz Schweikardt, den Begründer der Hochheimer Sektkultur und
     Sohn des Besitzers der „Burg Ehrenfels“, wie der Hochheimer Hof früher hieß.

     kreiert anläßlich des 175jährigen Sekt-Jubiläums
     durch Winzer Uwe Schreiber gemeinsam mit dem Hochheimer Hof

     Glas 0,10 l 2,90 €
     Flasche 0,75 l 19,80 €
     Als Geschenkidee zum Mitnehmen 0,75 l 9,90